Planetare Grenzen
Planetare Grenzen
Das Konzept der planetaren Grenzen wurde von einer internationalen Wissenschaftlergruppe um J. Rockström und W. Steffen entwickelt und erstmals 2009 veröffentlicht. Es beschreibt Umweltlimits, innerhalb derer die Menschheit sicher agieren kann, um das relativ stabile Erdsystem, das wir seit dem Holozän kennen und das für die Entwicklung menschlicher Zivilisationen entscheidend war, nicht unwiederbringlich zu stören.
Dabei wurden neun kritische Prozesse identifiziert und quantifiziert, die die Stabilität des Erdsystems regulieren. Das Überschreiten dieser Grenzen erhöht das Risiko plötzlicher oder irreversibler Umweltveränderungen auf kontinentaler oder globaler Ebene.
Die neun planetaren Grenzen umfassen:
- Klimawandel: Erderwärmung
- Biodiversitätsverlust: Artensterben
- Stickstoff- und Phosphorkreislauf: Überdüngung
- Landnutzungsänderung: Die Umwandlung von natürlichen Ökosystemen in Landwirtschaftsflächen.
- Ozeanversauerung.
- Süßwasserverbrauch durch den Menschen
- Atmosphärische Aerosolbelastung: Luftpartikel mit Klima- und Gesundheitsauswirkungen.
- Eintrag neuartiger Substanzen wie Plastik oder radioaktive Stoffe
- Ozonschicht: Mehr schädliche UV-Strahlung.
Laut dem aktuellen Forschungsstand werden 7 von 9 planetaren Grenzen überschritten (PIK, 2025). Dies sind Klimawandel, Biosphäre, Süßwasser, Landnutzung, biogeochemische Stoffkreisläufe und die Einbringung neuartiger Substanzen und Ozeanversauerung.